24. April 2026, 18.00-20.00 Uhr | Diskussion in der Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin und hybrid
Kill, baby, kill!
Der umkämpfte Aufstieg des autoritär-faschistoiden Katastrophen-Kapitalismus in der Vielfachkrise
Trumps „Drill, baby, drill“ steht für eine antitransformative Politik von rechts, die das fossile Zeitalter verlängern will. Doch auch in Deutschland, Lateinamerika und in weiteren Teilen der Welt attackieren reaktionäre Kräfte – oft im Chor mit konservativen Volksparteien – den „Dekarbonisierungskonsens“ (Maristella Svampa) mit schriller, fossilfreundlicher Politik. Der Eindruck wächst: Eine globale rechte Rekarbonisierung nimmt Fahrt auf.
Dabei geht es nicht nur um Klimapolitik. In der profossilen Agenda der Rechten bündeln sich Kämpfe um Hegemonie und eine reaktionäre Neuordnung der Gesellschaft, die Gewalt normalisiert, Vielfalt tötet. ‚Kill, baby, kill‘ wäre vielleicht ein passender Slogan für diese zynische Politik, die zerstörerische Naturverhältnisse belebt, patriarchale Macht stärkt, rassistische Hierarchien verfestigt und in der Geopolitik wieder das Recht des Stärkeren adelt.
Wo berühren sich der globale Aufstieg faschistoider Kräfte und die multiple Krise?
In welchem Ausmaß formiert sich ein rechtsautoritäres Projekt als Gegenangriff auf Klimapolitik und Gender-Gerechtigkeit – und was treibt diese Autoritarisierung?
Wo schmieden Rechte tragfähige Allianzen, und wo zeigen sich Bruchlinien in der globalen Rechten?
Diese Fragen führen uns zu zentralen Debatten, aktuellen Beispielen und bringen uns zu möglichen Gegenstrategien, die wir gemeinsam diskutieren möchten mit:
- Cara Daggett (Autorin und Wissenschaftlerin mit Schwerpunkten Umwelt-Energie-Gender, RIFS Potsdam),
- Yasmeen Daher (Politische Philosophin und Autorin mit Schwerpunkt Autoritarismus, Solidarität und emanzipatorische Politik in Palästina, IRGAC-Kolleg)
- Tatjana Söding (Humanökologin mit Fokus auf rechte Mobilisierung und Antifaschismus in der Klimakrise, Zetkin Collective),
- Joseph Henderson and Pasha Dashtgard (Polarization & Extremism Research & Innovation Lab, USA) und
- Tobias Lambert (Politikwissenschaftler, Journalist und Autor mit Schwerpunkt Lateinamerika).
Moderation: Canan Turan (Filmwissenschaftlerin, Kuratorin, Dramaturgin und machtkritische Beraterin im Kultur- und Filmbereich; ehem. Stipendiatin)
Begrüßung: Nina Schlosser & Marcus Hawel
Link: https://eu01web.zoom.us/j/65050783704?pwd=MenBwMaR21j2fouSC8jOjtt3TZTfxC.1 (Meeting-ID: 650 5078 3704 | Kenncode: 885639)
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Buchtour
16. April 2026, 18.30-20.00 Uhr | Buchvorstellung, Vorträge und Diskussion in der FAKTory in Wien
Rohstoffkonflikte in Chile und Peru
Schlaglichter aus dem Sammelband Kämpfe um Transformation
Kupfer und Lithium stehen im Mittelpunkt von Kämpfen um eine sozial-ökologische Transformation. Ob Antriebs- und Energiewende, Digitalisierung oder Militarisierung: Die Ausbeutung ‚kritischer Rohstoffe‘ im Globalen Süden für eine selektive grüne Modernisierung im Globalen Norden hat desaströse Folgen in den Extraktionsgebieten. Die Zerstörung von Lebensräumen, Verdrängung alternativer Lebensweisen sowie die Ausbeutung von Territorien und Körpern schreiben eine 500-jährigen Kolonialgeschichte fort – nun in grünem Gewand.
Auf lokaler Ebene sind die Kosten deutlich sichtbar: Während die wasserintensive Lithium-Ausbeutung in der hyperariden Atacama-Wüste das Ökosystem an seine Grenzen bringt, versuchen Chemie-Konzerne indigene Völker mit Geld abzuspeisen. In Peru prägt der industrielle Kupferbergbau das Leben immer stärker und verändert dadurch Geschlechterverhältnisse. Die extraktvistische Politik wird zu einer extraktivistischen Biopolitik, die sich durch die Kriminalisierung von Protesten und einer geopolitischen Hierarchisierung von Wissen ausdrückt.
Diese beiden Beispiele sind Schlaglichter aus dem Sammelband Kämpfe um Transformation, der vom Graduiertenkolleg Krise und sozial-ökologische Transformation herausgegeben wurde. Nach einer Vorstellung des Buches stehen die beiden Rohstoffkonflikte in Chile und Peru im Mittelpunkt der Lecture. Welche Widersprüche, Widerstände und Möglichkeiten für eine solidarische Überwindung von sozial-ökologischer Krise und neo-kolonialer Ausbeutung erkennbar werden, wollen wir gemeinsam diskutieren.
Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien und dem Graduiertenkolleg Krise und sozial-ökologische Transformation der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Mitwirkende:
- Ulrich Brand
Universität Wien (Institut für Politikwissenschaft) - Ali Heuser
Universität Kassel & Universität Wien - Julian Niederhauser
Goethe-Universität Frankfurt & Universität Wien (Institut für Politikwissenschaft) - Nina Schlosser
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin & Universität Wien
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21. Januar 2026 | Buchvorstellung, Vortrag und Diskussion am Just Transition Center in Halle
Transformative Scholarism Meets Authoritarian Ecomodernism

Am 21. Januar 2026 haben wir unser Kolleg und den Sammelband Kämpfe um Transformation am Just Transition Center in Halle vorgestellt. Ein besonderer Dank gilt Dr. Timm Sureau und PD Dr. Katrin Seidel, die mit ihrer Einladung die Möglichkeit geschaffen haben.
Unter dem Titel Transformative Scholarism Meets Authoritarian Ecomodernism at Brandenburg’s Big Tech Landmark kontrastierte Friedemann Wiese die Praxis des Kollegs und die zusammen mit Carla Noever Castelos entwickelte Vorstellung einer „transformativen Wissenschaft“ mit seinen Forschungserfahrungen in und um Teslas Autofabrik in Grünheide. Dabei hob er kollektives Handeln, kritische (Selbst-)Reflexion, Perspektivenvielfalt und solidarische Beziehungen als verallgemeinerbare transformative Praxen hervor, die er im ökomodernistischen Projekt Teslas nicht wiederfinden konnte.
Weitere Informationen zur Veranstaltung: https://jtc.uni-halle.de/en/transformative-scholarism-meets-authoritarian-ecomodernism-friedemann-wiese-as-guest-speaker-at-the-jtc-colloquium/
Weitere Informationen zum Just Transition Center: https://jtc.uni-halle.de/en/a/a7/
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2. Oktober 2025, 19.30-22.00 Uhr | Podiumsdiskussion und Party zum Buch-Release im Aquarium
Kämpfe um Transformation
Kritische Analysen und Interventionen zur sozial-ökologischen Krise


Am Donnerstag, den 2. Oktober feierten wir die Veröffentlichung unseres Sammelbands „Kämpfe um Transformation. Kritische Analysen und Interventionen zur sozial-ökologischen Krise“. Darin beschäftigen sich 21 Autor*innen in 13 Artikel mit den sich verschärfenden sozial-ökologischen Krisen und den Auseinandersetzungen mit deren Lösungen. Häufig wird dabei eine Strategie der grünen Modernisierung verfolgt. Dieser Versuch, die vorherrschende Produktions- und Lebensweise zu stabilisieren, hat seinen Preis: Ob Rohstoffkonflikte im Globalen Süden, autoritäre Tendenzen in liberalen Demokratien, Umwälzungen in der Arbeitswelt oder die blockierte Mobilitätswende – die Beitragenden ergründen sozial-ökologische Transformationskonflikte der Gegenwart und wagen einen Ausblick, wie Transformation anders gedacht und gestaltet werden kann.
Nach einer Einführung durch Kolleg-Gründer und -sprecher, Prof. Markus Wissen, diskutierten den Sammelband, seine Beiträge, Lücken, Anknüpfungspunkte:
- Dr. Isette Schuhmacher (HU Berlin),
- Sarath Jakka (ici Berlin),
- Dr. Antke Engel (Lektor*in, iQt-Institut für Queer Theory)
- Patu (Illustrator*in, leider verhindert),
- Moderation: Ania Spatzier (Mitherausgeber*in und Autor*in des Sammelbandes, Mitglied Graduiertenkolleg) und Sophie von Redecker (Mitherausgeber*in und Autor*in des Sammelbandes, assoziiertes Mitglied)
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12. Dezember 2024, 18.00-20.00 Uhr | Jahresabschluss mit Podiumsdiskussion
Diese jungen Leute
Herausforderung & Hoffnung in schwierigen Zeiten
Nicht nur zu Wahlkampfzeiten bieten sie dem Politikbetrieb Anlass zu Kopfzerbrechen. Diese jungen Leute… Hoben sie gestern noch den entschlossenen Klimaschutz auf die Spitze der politischen Tagesordnung, so zeigen sie sich heute empfänglich für die Rattenfängertöne von rechts, und das nicht nur bei TikTok. Nun führt es nicht sehr weit, eine ganze Generation in ihren Einstellungen und Haltungen über einen Kamm zu scheren, aber es gibt einige geteilte Erfahrungen: Wer heute 14 Jahre alt ist, hat in seinem kurzen Leben eine globale Pandemie, zwei Wirtschaftscrashs, allein in Deutschland sechs Jahrhundertfluten und etliche grausame, immer näher rückende Kriege zumindest medial miterlebt.
Welchen politischen Reim machen sich junge, kritische Köpfe selbst auf die aktuelle Situation? Wie gehen sie damit um und wie greifen sie selbst ein? Anstatt darüber zu spekulieren, haben wir direkt gefragt und fünf Aktive aus unterschiedlichen Bereichen zur Diskussion geladen:
- Sarah-Lee Heinrich (ehem. Bundessprecherin der Grünen Jugend, Mitinitiatorin von „Zeit für was Neues“)
- Jakob Springfeld (Autor von „Unter Nazis. Jung, ostdeutsch, gegen rechts“ und Klimagerechtigkeitsaktivist aus Sachsen)
- Noel Özden (Peer-Trainer im Projekt „Caring Masculinities in Action“/ dissens-Institut) )
- Lena Fuhrmann (Betriebsrätin und Mitglied im Aufsichtsrat der Salzgitter Flachstahl GmbH)
- Moderation: Tarek Shukrallah (Community Organizer*in und Autor*in von „Nicht die Ersten. Bewegungsgeschichten von Queers of Color in Deutschland“
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Weitere vergangene Veranstaltungen
2. und 3. März 2024, Kassel
Förderwerksübergreifende Tagung von Stipendiat*innen mit sozial-ökologischem Arbeitsschwerpunkt
Weniger ist mehr?
Transformationen in Zeiten zunehmender Knappheit

Stipendiat*innen von Rosa-Luxemburg-, Heinrich-Böll- und Hans-Böckler-Stiftung diskutierten Fragen der sozial-ökologischen Transformation
Bei der Tagung „Weniger ist mehr? Transformation in Zeiten zunehmender Knappheit“ diskutierten Promotionsstipendiat*innen aus dem Graduiertenkolleg „Krise und sozial-ökologische Transformation“ mit weiteren Doktorand*innen aus der RLS, der Heinrich-Böll- sowie der Hans-Böckler-Stiftung. Vier Workshops betrachteten Blockaden auf dem Weg zur Transformation in den Bereichen Recht, Demokratie, Arbeit und rechter Backlash. Den Abschluss der Tagung bildete die Podiumsdiskussion zur Frage, wie die Transformation doch gelingen kann und was Beiträgen aus gesellschaftspolitischer Praxis und
wissenschaftlicher Forschung dazu sind.

Konzentriertes Arbeiten bei der Tagung „Weniger ist mehr“
2. und 3. Juni 2023, Berlin | Tagung des Graduiertenkollegs
Umkämpfte Transformation
Bestandsaufnahmen aus Wissenschaft und Bewegung

Im Laufe der zwei Veranstaltungstage konnten wir fast 100 Gäste begrüßen. Das vollständige Programm der Tagung kann hier eingesehen werden.

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„Krise und sozial-ökologische Transformation“
Auftaktpodium zur Eröffnung des Graduiertenkollegs
30. Juni 2022, 18.00-19.30 Uhr
Es diskutierten:
Sabrina Fernandes, Soziologin und ökosozialistische Aktivistin aus Brasilien, International Research Group on Authoritarianism and Counter-Strategies (IRGAC)
Norbert Reuter, Bereichsleiter der tariflichen Grundsatzabteilung, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di
Markus Wissen, Sprecher des Kollegs und Professor Sozialwissenschaften an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Janine Wissler, Vorsitzende Partei Die Linke
Moderation: Stefan Schoppengerd, Koordinator des Kollegs