Julian Niederhauser

Julian Niederhauser hat Politikwissenschaft und Geschichte an der Uni Wien studiert. Nach dem Studium mehrere kurzzeitige Arbeitsverhältnisse am Institut für Politikwissenschaft der Uni Wien. Von Oktober 2021 bis März 2025 war er RLS-Promotionsstipendiat im Graduiertenkolleg und anschließend als dessen Koordinator tätig. Er lehrt an verschiedenen Wiener Hochschulen und bezieht gegenwärtig ein GRADE-Abschlussstipendium der Goethe-Uni Frankfurt am Main. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Antiökologismus und climate obstruction; sozial-ökologische Mentalitäten; autoritäre Dynamiken in westlich-liberalen Demokratien, insbesondere deren politisch-kulturelle Dimension; kritische Gesellschafts-, Diskurs- und Staatstheorien.

In seinem Promotionsprojekt mit dem Arbeitstitel Subjektive Motive und Artikulationen von Antiökologismus vor dem Hintergrund regressiver Krisenbearbeitungen befasst er sich mit den vorpolitischen Möglichkeitsbedingungen rechts-autoritärer Klimaprogrammatiken, genauer: den mentalen Strukturen und Selbstbildern einer gleichsam antiökologischen wie antidemokratischen Haltung der Transformationsverweigerung. Aus Perspektive einer sozial-ökologisch erweiterten bourdieuschen Soziologie sowie anhand von Konzepten der Birmingham School for Cultural Studies, kritischen Männlichkeitsforschung und Kritisch-Theoretischen Autoritarismusforschung wird untersucht, welche Dispositionen im Zuge antiökologischer Identitätskonstitution aufgerufen und wie diese im Kontext einer krisengeprägten historischen Konstellation in einen politisch anschlussfähigen Bedeutungszusammenhang gebracht werden. Dies erfolgt in Form einer Fallstudie zu einer petromaskulinen subkulturellen Gruppierung und auf der Grundlage von (digital-)ethnografischen und Interview-Daten.

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Ausgewählte Publikationen

(im Ersch.): Der potenzielle Fossil-Faschist. Züge eines klimarebellischen Einstellungssyndroms. In: Subjekte der ökologischen Verwüstung. Kritische Theorie der Klimakatastrophe (tba). Campus.

(2025): Das Phantom des Antiökologismus: Spurensuche nach den Subjekten aktiver Transformationsverweigerung. In: Kämpfe um Transformation. Kritische Analysen und Interventionen zur sozial-ökologischen Krise (S. 157–170). transcript.

(2023): Petromaskuline Gefühlswelten. Was der Kulturkampf ums Auto mit Geschlecht zu tun hat. LuXemburg. Gesellschaftsanalyse und linke Praxis, 2/2023, 94–99.